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Der Studierendenauswahl-Verbund stav hat das Ziel, in den kommenden Jahren die Kriterien und die Verfahren zur Zulassung zu den medizinischen Studiengängen in Deutschland zu beforschen und zu optimieren. Über die Zulassung zum Medizinstudium gibt es seit Jahren Unzufriedenheit bei BewerberInnen, deren Familien, aber auch in der Ärzteschaft und sogar teilweise im politischen Bereich. Unmittelbarer Anlass für das Projekt „stav“ ist das Bundesverfassungsgerichtsurteil vom 19.12.2017, das wesentliche Teile der aktuellen Regelungen zur Studierendenauswahl in der Medizin für verfassungswidrig erklärt und gefordert hat, bessere Kriterien zur Feststellung der Eignung der BewerberInnen zu entwickeln und zu überprüfen. Bereits 2017 haben Bund und Länder im Masterplan Medizinstudium 2020 gefordert, soziale und kommunikative Fähigkeiten stärker in der Studierendenauswahl zu berücksichtigen.
Vor diesem Hintergrund haben die Verbundpartner Hamburg, Berlin, Göttingen, Heidelberg, Münster und Saarbrücken und über 20 Kooperationspartner im Rahmen des stav das Ziel, die Einführung von wissenschaftlich fundierten, strukturierten und standardisierten Auswahlverfahren an allen deutschen Medizinfakultäten zu fördern und die Qualität der Verfahren in einem gemeinsamen Studierendenauswahlzentrum am Standort Hamburg zu sichern. Neben der detaillierten Analyse der Qualität bisheriger Zulassungskriterien sollen neue Verfahren zur Messung kognitiver und insbesondere auch psychosozialer Kompetenzen entwickelt werden, die eine Eignung der BewerberInnen besser abbilden. Begleitend sollen bisher fehlende fakultätsübergreifende Prüfungen zu diesen Kompetenzen in Studium und Beruf definiert, entwickelt und fakultätsübergreifend erprobt und implementiert werden. Für das Forschungsvorhaben werden mehrere Teilstudien durchgeführt und Sie können bei jeder Studie/Befragung entscheiden, ob Sie daran teilnehmen möchten. Für das Ziel der standortübergreifenden Analyse/Validierung von einzelnen Auswahlverfahren sollen möglichst viele Auswahldaten, Leistungsdaten aus dem Studium, Ergebnisse von Befragungen / freiwilligen Zusatztests als auch Verbleibensdaten (nach dem Studium) der Teilnehmenden standortübergreifend in einer Forschungsdatenbank gesammelt und verknüpft werden.